Dänemark my stories travel

…nach Lökken

Phantom-Leuchtturm und Strandbuden Siedlung – Lökken lockt auch ohne Hafen

Däääänemark, wie langweilig… Die Reaktion meiner Kinder auf die Ankündigung einer Woche Sommerferien. Ok, hätten wir nicht sieben Tage Sonne satt und eine WLAN Flat gehabt – das wäre stimmungsmäßig wirklich eng geworden. Aber so gab es auf den zweiten Blick viele schöne Momente und einen Leuchtturm, der zunächst irgendwie unerreichbar schien.

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Typisch dänisch: Strandhäuschen als privates Idyll

Land meiner Kindheit –  Dänemark! Jahrelang hat die rot-weiß Milchkuh Karoline mich hier begrüßt. Auf jeder Milchpackung oder von jeder Eiscreme Tüte. Karoline, die Milch Kampagnen Kuh war für Touristen das Gesicht des Landes. Viele Jahre und eine Laktoseintoleranz später zieht es mich wieder nach Jütland, nach Nordwestjütland an die  Jammerbucht. Karoline ist einer neuen Marketingidee gewichen, aber die traumhafte Gegend hat sich kaum verändert.  Grün und weit, luftig und frisch.

Jeder zweite Wagen ist immer noch ein VW Bulli, am Strand ist man unter sich, nur Reifenspuren im Sand zeugen von der Anwesenheit anderer Urlauber

Autofahren am Strand ist erlaubt. Sehr zur Freude der Einheimischen die wie ein Schwarm Fliegen an besonders tiefsandigen Abschnitten warten. Einmal festgefahrene Touristen freischleppen, die sich ohne Allrad zu weit an das Wasser gewagt haben, kostet rund 50 Euro. Nettes Taschengeld, vor allem in der Hochsaison, krisensicher.

Schlicht und schick finde ich die kleinen Holz Strandhäuschen. Schrebergartenlook auf dänisch. Praktisch für die Badesachen oder zum Umziehen. Allesamt sind sie aber auf Jahre vermietet, immer an Einheimische.

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Von einer Woche in Lökken bin ich drei Tage lang auf der Suche nach dem Leuchtturm Rubjerg. Mein Haus liegt direkt am Strand zwischen Blokhus und Lökken. Von hier aus ist der Leuchtturm in der Ferne klein aber deutlich zu erkennen. Ich nutze das gute Wetter, schnappe mir Hündin Elli und mache mich auf den Weg.

Schon nach einigen Minuten merke ich, dass der Leuchtturm nicht größer wird. Die gute Sicht und der ewig weite Sand haben mich getäuscht. Viel weiter weg als gedacht. Dazu millionen Tonnen feinster Sand in Rubjerg Knude. Mehr heiße Karibik als kühler Kattegat, entnervt geben Elli und ich auf.  Nach zwei weiteren vergeblichen Anläufen nehme ich an Tag vier das Auto und stelle fest, dass der im Jahr 1900 eingeweihte Leuchtturm kurz vor Lönstrup von einem Parkplatz aus bequem erreichbar ist.

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Keinen Hafen, dafür aber Bunker neben Bunker am Strand. Klein, groß, zerbombt, unversehrt, mit Graffity verziert und ohne. Als Teil des Atlantikwall wurde auch die Jammerbucht in den Kriegsjahren zubetoniert mit diesen Betonklötzen. Wie an einer Perlenschnur ziehen sie sich die gesamte Nordseeküste in Dänemark entlang. Unterbrochen hin und wieder nur von versprenkelten farbigen Fischerbooten.

Keinen Zentimeter Wasser unter dem Kiel liegen sie wie tote Fische an den Strand gespült. Einen Hafen sucht man aufgrund der seichten und geringen Wassertiefe vergeblich.

Macht nichts. Der Fischverkauf findet direkt am Strand statt.

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Dänemark 2016 ist immer noch nichts für den Pauschaltouristen. Abwechslung heißt hier mit dem Fahrrad am Strand zum Supermarkt, all inklusive sind nur die abendlichen Besuche des kleinen Lökken mit seinen Eisdielen und Cafés.

Einen Kurztrip wert: der Faarup Erlebnispark. 

Mein letzter Abend. Auf einer vergilbten Eiskarte eines Cafés am Marktplatz blickt mir Kuh Karoline entgegen. Schön, manche Dinge ändern sich nie.