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Alexander Klaws – Was bringt Dich auf die Palme?

Wer Alexander Klaws in eine Schublade stecken möchte, der hat ein Problem. Der Hamburger hat seit seinem Erfolg bei DSDS vor 16 Jahren eine einzigartige und vielseitige Karriere gestartet. Und er ist noch lange nicht am Ende. Ob als Sänger, Musicalstar, Moderator oder Schauspieler – Klaws ist überraschend anders und erfindet sich immer wieder neu. Und geht dabei auch bis an seine körperlichen Grenzen.

Theater „Neue Flora“ in Hamburg: Ein Sprint über die Bühne. In einem Affenzahn hinter die Kulissen und dann auf der anderen Seite des Vorhangs erneut vor das Publikum. Treppe hoch, anseilen und an der Liane schwingend das Geschehen von oben betrachten. Den Puls beruhigen und auf die Stimme konzentrieren. Um im Musical “Tarzan” zu bestehen, muss Alexander Klaws in der Form seinen Lebens sein. Durchtrainiert und musikalisch perfekt ausgebildet.

Er ist in der Form seines Lebens. Schon seit vielen Jahren. Aber die Rolle des “Tarzan” fordert ihn physisch besonders. Als Hauptdarsteller geht er täglich ins Fitnessstudio und achtet streng auf seine Ernährung. Direkt vor jedem Auftritt stehen mehrere Sätze Liegestütze auf dem Programm. Nur mit einem Lendenschurz bekleidet kommen sein Sixpack und seine Muskeln dann besonders gut zur Geltung. Auch drei Jahre nach seinem letzten Auftritt als Affenmensch wirkt er auch heute gut trainiert und sportlich. Nur einmal lief es auf  der Bühne nicht ganz nach Plan.

 

„Mir ist bei meinem Auftritt gleich zu Beginn der Lendenschurz gerissen. Da ich oben an einem Seil hing konnte ich nicht gleich erkennen, ob ich ganz nackt über die Bühne flog“, erinnert er sich lachend.

 

Es gibt nur wenig Dinge, die ihn aus der Ruhe bringen. Seine gute Laune ist ansteckend und echt. Mangelnde Professionalität oder unnötige Fehler bringen ihn aber auf die Palme. Nicht nur als Tarzan. Dann kann er klare Kante. Ohne aber aus der Rolle zu fallen. Zum Beispiel zum Tode seines Ex-DSDS Kollegen Daniel Küblböck. Während ehemalige Mitstreiter öffentlich und kollektiv trauern ist Alexander Klaws der Einzige, der konsequent schweigt. Auf Nachfrage erklärt er seine Gründe. Anstatt scheinheilig in den Medien Empathie zu heucheln hat er – wie die anderen auch – schon seit Jahren keinen Kontakt mehr mit Küblböck. Sich auf diese Art öffentlich zu profilieren, das ist nicht sein Ding.

Er behandelt seine Mitmenschen und Kollegen immer mit Respekt und fordert das auch für sich ein. Journalisten, die ihn nur auf DSDS limitieren und sein neues Leben nicht kennen, lässt er ins Leere laufen. Zu Recht. Der 36-Jährige ist mittlerweile ein echtes musikalisches Schwergewicht.     

Die bekannte Website „BroadwayWorld“ hat ihn für seinen Auftritte ebenso ausgezeichnet wie das Musikmagazin „da capo“. Kein Zufall. Für seine Auftritte hat der gebürtige Ahlener eine Musicalausbildung an der Joop van den Ende Academy in Hamburg erfolgreich absolviert.

 

Interview mit Alexander Klaws

Nicht nur körperlich haben die Auftritte in Musicals wie „Jesus Christ Superstar“, „Tanz der Vampire“, oder „Saturday Night Fever“ an ihm gezerrt. Vor allem im Musical „Ghost – Nachricht von Sam“ geht er mental bis an seine Grenzen. Die Hauptrolle fesselt ihn auch privat – seine ungehörten Monologe als Verstorbener auf der Bühne fordern und belasten ihn extrem. Auch ein Grund dafür, dass er sich zur Zeit wieder seinem Kerngeschäft, der Musik widmet. Aber auch da setzt Klaws neue Akzente. Probiert musikalisch aus was geht und erfindet sich neu. Ohne mit der Vergangenheit zu brechen. Seinen Superhit „Take me tonight“ interpretiert er heute völlig anders. Mal Jazz, mal Rock – er knüpft an seine Anfänge an und ist dabei erwachsen geworden. Auf eine sehr jugendliche Art.

Kindheitstraum Cowboy und Indianer. Der Vater eines Sohnes weiß, wann Kinderaugen anfangen zu glänzen. Er ist der 14. Winnetou in der Geschichte der Karl-May Festspiele in Bad Segeberg. Nachdem er zuvor bereits Old Surehand gespielt hat wird er nun zum echten Hauptdarsteller. Reiten ist kein Problem für ihn. Klaws hat viele Talente. Er überzeugt in dem Freilichtspiel „Unter Geiern – Der Sohn des Bärenjägers“ in der Rolle des Apachenhäuptlings. Auch sein eigener Vater ist gerührt, als er Sohn Alexander dort auf der Bühne sieht und ist an seine eigene TV-Jugend erinnert. Winnetou verbindet ganze Generationen.

Alexander Klaws kennt keinen Stillstand. Anfang des kommenden Jahres wird er zum zweiten Mal Vater. Familie ist ihm wichtig. Aber auch unterwegs auf Tour fühlt er sich zuhause. Das ist die Künstlerseele in ihm. Das Leben ist seine Manege – genau wie seine Hauptrolle in “Knie – Das Circus Musical. Klaws wäre nicht zufrieden, wenn er nicht bei 100 Prozent wäre. Und noch ein bisschen mehr. Um seinen Körper weiter zu optimieren will er ab sofort vegetarisch leben. Der Film “Game changers” mit Arnold Schwarzenegger hat ihn dazu animiert.

Zum Schluss wird Alexander Klaws auf einmal ernst. Während er die schönen Seiten des Lebens genießt gibt es Dinge auf der Welt, die ihn betroffen machen. Sein Engagement für die “Kinder Schlaganfall Hilfe” ist ihm sehr wichtig.

Als “Winnetou” weiß er genau, wie es sich anfühlt Kinder eine Spur glücklicher zu machen. Auf der Bühne. Oder dahinter.

 

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